Chinesisch dekodiert, aktiv gehört und jetzt aktiviert

Chinesische Vokabeln lernen – ganz einfach!

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Schon lange habe ich nichts mehr über meinen Selbstversuch geschrieben. So mancher treuer Leser wird den Eindruck gewonnen haben, dass ich das Handtuch geschmissen habe, weil chinesische Vokabeln doch nicht so einfach zu merken sind. Weit gefehlt! Warum ich trotz längerer Pausen noch immer nicht aufgegeben habe, will ich hier endlich verraten.

Die vergangenen Monate war ich einerseits mit Arbeit beschäftigt, wie auch die meisten Menschen. Dazu kam noch ein Umzug, der so zwischen Dolmetscheinsätzen und heftigen Anfällen von Sommergrippe zu bewältigen war. Jetzt sitze ich in meinem neuen Büro - in angenehm kühlen, hellen Räumen mit Blick ins Grüne. Die Kisten sind fast alle ausgepackt und die Internetverbindung wieder hergestellt. Es sind zwar Sommerferien in Hessen, doch so langsam kehrt der Alltag bei mir ein - die beste Voraussetzung, endlich wieder den Chinesischkurs und einen Blogbeitrag in Angriff zu nehmen.

Was ist hängen geblieben?

Zunächst fragte ich mich, wieviel ich wohl durch die vielen Wochen ohne Beschäftigung mit der chinesischen Sprache vergessen hatte. Also hörte ich mir erst einmal das Audio über die Ohren an. Welch große Überraschung! Von den ersten Kapiteln verstand ich noch fast alles! Chinesische Vokabeln, die ich im Februar und März gelernt hatte, waren noch immer da. Ich konnte also einfach wieder an der Stelle anknüpfen, wo ich aufgehört hatte. Und das, obwohl ich während der Pausen sogar kaum über die Haut mit dem ISONO Gerät "gehört" hatte.

Chinesische Vokabeln

An der Stelle lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie denn bei dieser Methode das Vokabellernen überhaupt funktioniert.

Viele Leser wissen bereits, dass ich ein Fan von Vera Birkenbihl und ihren gehirn-gerechten Lernmethoden bin. Schließlich habe ich zu diesem Thema sogar eine Fortbildung in Leipzig gemacht. Wie bereits in einem anderen Blogbeitrag geschrieben, ist hier Vokabelpauken verboten! Statt dem Auswendiglernen von Vokabellisten, lerne ich chinesische Vokabeln immer im Kontext - ganz so wie wir unsere Muttersprache lernen.

Das Geheimnis ist, dass der Audiotext dekodiert ist. Das heißt, unter jedem chinesischen Wort steht das entsprechende deutsche Wort. Zum Einen habe ich es selbst hingeschrieben - und das knüpft bereits eine stabile Verbindung zwischen den beiden Wörtern - zum Anderen besteht seit Februar ja meine Aufgabe darin, beim Hören des chinesischen Audios die "deutsche" Zeile mitzulesen. Wenn ich nun ein chinesisches Wort höre, lese ich gleichzeitig die dazugehörige deutsche Übersetzung. Je öfter ich das tue, desto mehr gräbt sich diese Verbindung in meinem Gedächtnis ein. So lerne ich chinesische Vokabeln ganz einfach samt Umschrift in lateinischen Buchstaben und dem zugehörigen Ton.

Im übrigen recht es in Gedanken, stumm oder zumindest leise mitzulesen. Die meisten Menschen können nicht mehr zuhören wenn sie selbst sprechen. Und das ist gut so, denn zuhören ist eine Kunst. Es gehört zu den besonderen Fähigkeiten eines Simultandolmetschers, genau zuzuhören während er selbst spricht.

Und wenn ich später die oberste Zeile mit den chinesischen Schriftzeichen fülle, werde ich automatisch auch diese sowohl mit dem gesprochenen Wort als auch mit der deutschen Bedeutung in Beziehung bringen. Doch das wäre ein Aufbaukurs "Chinesisch Lesen und Schreiben".

So schnell kann ich nicht lesen!

Bei diesem Kurs ist das Lernziel "Chinesisch verstehen und sprechen". Das Verstehen üben wir beim "aktiven Hören" - wenn wir die "deutsche" Zeile mitlesen. Ein weiteres Bedenken möchte ich hier ansprechen: "So schnell, wie die Sprecher des Audios kann man doch gar nicht lesen!" klagt so mancher Lerner. Allerdings kann ich da die Gemüter beruhigen. Einerseits wird schon beim passiven Hören mit dem ISONO Gerät unser Gehirn und auch das Ohr auf die Geschwindigkeit der Sprache vorbereitet. Andererseits sind die Audios zum Sprachenlernen immer etwas langsamer als die normale Sprechgeschwindigkeit aufgenommen.

Bei meinem Chinesischkurs sind manche Dialoge sehr langsam und mit überspitzt deutlicher Aussprache, andere sind schon etwas schneller und je weiter ich im Kurs voranschreite, desto schneller wird es. Außerdem höre ich das Audio nicht vom ISONO-Gerät, sondern von meinem PC, wo ich bequem den Player stoppen kann, falls es mir doch einmal zu schnell geht. Aus diesem Grund stelle ich den Kunden auch immer nach der passiven Phase das Audio für den PC oder mp3 Player zur Verfügung.

Chinesische Vokabeln und ihre Aussprache

Viele Menschen sind der Meinung, sie könnten Chinesisch nicht lernen, da die Aussprache so schwer ist. Das war tatsächlich auch mein Vorurteil bis ich das ISONO-Gerät kennen lernte. Die Grundlage für die korrekte Aussprache ist das richtige Hören der Sprache. Dafür sorgt das passive Hören mit dem Gerät. Doch wie lerne ich jetzt, Chinesisch zu sprechen? Hier gilt es, der Methode zu vertrauen, so wie die Eltern darauf vertrauen, dass ihr Kind sprechen lernen wird. Der Mensch ist so ausgelegt, dass er erst einmal monatelang nur zuhört, bevor er selbst zu sprechen beginnt. Bei einem Kind kommt noch hinzu, dass die Sprechwerkzeuge bei der Geburt noch gar nicht vollständig ausgebildet sind.

Bei unserer Methode müssen wir jedoch nicht mehr auf die physische Entwicklung warten. Ich habe selbst festgestellt, dass ich nach einiger Zeit begann, chinesische Vokabeln vor mich hinzubrabbeln. Ob ich die korrekte Aussprache dann auch artikulieren kann, wird sich bei meinem Aktivierungskurs zeigen. Der genaue Termin steht noch nicht fest, doch Mitte August soll es endlich soweit sein.

Selbstverständlich wird es auch dazu wieder einen Blogbeitrag geben.