Soziales Lernen – Sprachen lernen

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Wie lernen wir Sprachen? Eine Frage, die mich schon viele Jahre begleitet. Dabei freue ich mich immer wieder über die Entdeckung neuer Aspekte. Jüngst las ich einen Beitrag über soziales Lernen, der mich nachdenklich stimmte. Ich frage mich nun: Gibt es auch etwas anderes als soziales Lernen? Und wie trifft das auf das Sprachenlernen und speziell das Lernen von Fremdsprachen zu?

Soziales lernen als natürlicher Prozess

Ein Säugling lernt Vieles aus sich selbst heraus: Es trainiert seine Muskeln und Bewegungen erst einmal ohne, dass es Andere dabei beobachtet hat: Kopf heben, sich umdrehen.... Beobachtet es uns beim Sitzen, Stehen oder Gehen? Das ist gut möglich.

Ich erinnere mich an meine etwa 9 Monate alte Tochter, die ein Einzelkind ist. Zuhause sieht sie niemanden krabbeln und in der Krabbelgruppe liegen oder sitzen alle herum. Nur einer ist schon aufgestanden und geht sogar schon auf wackligen Beinen. Meine Tochter ist von ihm fasziniert und etwa einen Monat später läuft sie ebenfalls. Gekrabbelt ist sie vorher nicht. Erst als sie so groß ist, dass sie nicht mehr unter dem Esstisch hindurchgehen kann, begibt sie sich auf die Knie um den kürzesten Weg zu nehmen.

Und wie ist das mit dem Sprechen lernen? Einerseits entwickeln sich die Stimmbänder und die Ohren von selbst und Babies probieren ihre Stimme auch aktiv aus. Andererseits hört schon der ca. 5 Monate alte Fötus die Stimme seiner Mutter und damit beginnt das Erlernen der Muttersprache.

Kleinkinder schauen Anderen sogar auf den Mund und machen alles nach. Laut Alfred Tomatis wird das Gehör bereits vor der Geburt ausgebildet. Und wir können nicht aussprechen, was wir nicht hören können. Wir kennen viele Fälle, in denen Kinder allein im Wald aufwuchsen und nicht sprechen konnten. Genauso tun sich Gehörlose schwer sprechen zu lernen, auch wenn es ihnen zu einem gewissen Grad gelingt.

Muss ich noch darauf hinweisen, dass wir alle unsere Muttersprache in der Kommunikation mit den Menschen um uns herum gelernt haben? Und das sogar ohne Vokabelpauken und Grammatikregeln. Es funktionierte einfach so mit viel Übung und dem einen oder anderen Fehler.

Lernen in der Schule

Und dann kommen wir in die Schule. Sobald wir lesen gelernt haben, beginnen wir aus den Büchern und Texten zu lernen. Wer dabei Fehler macht und Schwierigkeiten hat, wird bestraft - gelegentlich auch gefördert. Lesen und Schreiben sind die wichtigsten geforderten Fähigkeiten des modernen Menschen. Mit Texten und Büchern können wir ohne einen Menschen um uns herum lernen. Doch wir lernen immer noch vom Autor, also indirekt immer noch in einem sozialen Kontext. Dieser ist jedoch zunächst auf alle Menschen ausgeweitet, die in unserer Muttersprache schreiben.

Durch die Möglichkeit, Texte zu Übersetzen können wir potentiell von jedem Menschen auf der Welt lernen. In Bücher gebanntes Wissen überdauert Jahrhunderte! Vor der Erfindung der Schrift wurde das Wissen mündlich weitergegeben, oft rezitiert und somit auswendig gelernt. Doch es hatte immer einen Bezug zum alltäglichen Leben.

In der Schule lernen wir lesen, schreiben und rechnen. Dann beginnen wir unsere Muttersprache zu analysieren und mit Regeln zu beschreiben. An diese Regeln denken wir jedoch kaum, wenn wir im Alltag kommunizieren. Auch die Mathematik wird als Sprache der Zahlen entdeckt und entfernt sich vor allem im Gymnasium immer mehr von dem, was wir selbst erleben.

Fremdsprachen werden inzwischen auch schon in der Grundschule gelernt. Manche Schulen beginnen damit bereits in der ersten oder zweiten Klasse. Dann ist der Unterricht oft spielerisch aufgebaut. Um den Prozess nicht zu stören, in dem die Kinder die deutsche Rechtschreibung erlernen, wird jedoch in der Grundschule kaum in der Fremdsprache geschrieben. Jedenfalls nicht vor der dritten Klasse.

In der weiterführenden Schule weht jedoch ein anderer Wind im Fremdsprachenunterricht: Hier dreht sich plötzlich alles um Vokabeln und Grammatik. Der Lehrer ist selten Muttersprachler und musste auch in seiner Ausbildung nachweisen, dass er diese Aspekte der Sprache beherrscht und erklären kann.

Heutzutage hören die Schüler oft nur ihren eigenen Lehrer die Sprache sprechen - oder lesen. Das soziale Umfeld, in dem diese Sprache lebt, bleibt zunächst auf die Klasse beschränkt. Dieser konnte früher nur mit Reisen in das entsprechende Land behoben werden. Im Alltag kam die Fremdsprache kaum vor. Dann kamen Radio, Fernsehen, Film und das Internet. Heute kann man eine Fremdsprache mit diesen Mitteln ähnlich wie einst die Muttersprache vermitteln .

Leider liegt der Fokus im Hinblick auf die "objektive Bewertung" der Leistung immer noch auf Grammatik und Vokabeln. Zwar dürfen die Schüler und Schülerinnen beweisen, dass sie die Texte verstehen, doch das Sprechen kommt zu kurz. Somit ist der Aspekt des sozialen Lernens hier noch immer zu wenig berücksichtigt.

In einer Form gibt es hier durchaus soziales Lernen:Fehler werden negativ bewertet und somit will jeder sicherstellen, dass er perfekt ist. Wir haben vergessen, dass wir beim Laufen-Lernen und Radfahren-Lernen Fehler gemacht haben. Dann sind wir auf die Nase gefallen, wieder aufgestanden und haben weiter geübt.

Sprachen lernen bei Gateway to Language Learning

Das Sprachlernkonzept bei Gateway to Language Learning ist auf jeden Fall dem sozialen Lernen zuzuordnen: Es gibt Audios zum Hören, dekodiertes Arbeitsmaterial um im Kontext Vokabeln zu lernen und die Grammatik intuitiv zu erfassen. Mit einem innovativen elektronischen Gerät ist es sogar möglich, das passive Hören zu trainieren, wie einst das Ohr des Ungeborenen auf seine Muttersprache geeicht wurde.

Neugierig geworden? Dann gibt es hier mehr Informationen.