Schüler im Unterricht mit Mund-Nase-Schutz

Die Birkenbihl-Methode in der Schule

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In Hessen hat letzten Montag die Schule wieder begonnen. Kinder und Jugendliche sind wieder in die Schulen zurückgekehrt. Damit beginnen für Manchen wieder die stressigen oder langweiligen Stunden im Fremdsprachenunterricht. Denn wem macht Vokabelpauken und das Exerzieren von Grammatikübungen um die auswendig gelernten Regeln anzuwenden schon Spaß? Die meisten Lehrer kennen die Birkenbihl-Methode nicht. Sie selbst hatten keine Probleme mit den klassischen Methoden. Was für sie funktioniert hat, muss auch für alle anderen gelten, lautetdie gängige Meinung.

Schweiz: Birkenbihl-Methode in der Schule

Karin Holenstein ist Englisch- und Französischlehrerin in der Schweiz. Außerdem bildet sie andere in den Birkenbihl-Methoden aus. Sie selbst lehrt nach der Birkenbihl-Methode in der Schule und sogar der Volkshochschule schon viele Jahre sehr erfolgreich. Zum Start des Schuljahres 2020/21 hat sie ein Webinar gehalten zur Frage, wie die Methode am Schuljahrsanfang eingesetzt werden kann.

Kurz zusammengefasst: Texte aus dem Lehrbuch werden erst von den Schülern selbst dekodiert. Im nächsten Schritt hören die Kinder die gesprochenen Texte und lesen die Dekodierung mit. Als Hausaufgabe folgt nun nicht das Vokabellernen aus Listen, sondern das passive Hören (ohne Mitlesen). So nehmen sie die grammatikalischen Strukturen intuitiv wahr und prägen sie sich ein. Dann können sie später die passenden Übungen mit Leichtigkeit machen.

Im Grunde kann man auf diese Art und Weise eine Fremdsprache fast genauso lernen wie die Muttersprache. Ein Kleinkind lernt ja auch nicht systematisch einzelne Wörter, sondern immer im Kontext des Alltagsgeschehens. Hier sind beim Lernen alle Sinne betroffen: Es gibt etwas zu hören, zu sehen, zu fühlen und oft auch zu riechen. Sprache ist auf jeden Fall mit Erleben verknüpft. Im Video unten erklärt Frau Holenstein, wie sie mit der Birkenbihl-Methode arbeitet, auch zu Beginn des Schuljahres.

Findet das Sprachenlernen jedoch im Klassenzimmer mit Büchern statt, ist das Erleben der Sprache drastisch reduziert. Dabei ist das im Zeitalter des Internets gar nicht mehr nötig. Es gibt so viele youtube-Videos, mit denen der Unterricht angereichert werden kann. Doch bei der Auswahl ist auch vorsicht geboten: Manche Video-Lehrer packen die Grammatik in langweilige Powerpoint-Präsentationen, die höchstens ein bisschen bunt und animiert sind. Doch das Thema sind immernoch Grammatikregeln...

Die Methode von Gateway to Language Learning

Auch bei Gateway to Language Learning wird die Birkenbihl-Methode groß geschrieben. So wird hier bereits dekodiertes Lernmaterial passend zu einem Lehrwerk geboten. Die Methode ist in einem eigenen Blogartikel erklärt. Ich bin so weit gegangen, das passive und aktive Hören zu tauschen. Damit kommt das Fremdsprachenlernen dem Erleben des muttersprachlichen Lernens noch ein Stück näher. Auch dazu gibt es einen eigenen Blogbeitrag.